Jahresrückblick 2020

Rückblick auf das Arbeitsjahr der Altersbeauftragten und des Seniorenrates Dezember 2019 – November 2020

Zur Umsetzung des Altersleitbildes soll jedes Jahr eines der sechs Handlungsfelder des Leitbildes im Fokus stehen. 2019 war dies «Information und Koordination». 2020 planten wir, die Ziele für zwei ineinander greifende Handlungsfelder zu verfolgen, nämlich «Wohnen und Mobilität».

Am 27. Januar durften wir VertreterInnen aus 25 Organisationen zu einem Netzwerktreffen begrüssen mit einem Inputreferat von Sylvia Wicky (Zwäg ins Alter, Pro Senectute) mit dem Titel «Gut älter werden zu Hause hat viele Gesichter». Die Diskussion zeigte, dass Informationen zu Unterstützungsmöglichkeiten, Hilfe annehmen können, aber auch der Erhalt der persönlichen Mobilität wichtige Faktoren sind um «zu Hause gut älter zu werden».

Diesem Thema wollten wir auch das erste Forum 60+ widmen, eine öffentliche Veranstaltung für alle drei Gemeinden, die wir jährlich durchführen möchten. Das Forum 60+ hätte am 18. April stattfinden sollen mit dem Titel: «Mobil bleiben – zu Hause gut älter werden.»
 

Alles war vorbereitet – und dann kam Corona.
Im Fokus stand plötzlich die Gesundheit. Wie schützen wir uns und die andern? Wie werden die Menschen versorgt, die nicht mehr einkaufen sollten, nicht mehr an Mittagstischen teilnehmen und nicht mehr ins Restaurant können? Wie begegnet man der Gefahr von Vereinsamung und psychischen Belastungen? Was kann man tun, dass man die eigenen Kräfte nicht verliert? Und dann doch, wie können wir in dieser Situation trotzdem gut älter werden?

Es war beeindruckend, wie schnell und wie breit Hilfsangebote entstanden, privat, von Seiten der Kirche, der Vereine, der verschiedenen Organisationen. «Wer macht was?» war die Frage. Wieder war informieren und koordinieren gefragt.
Vom Medizentrum kam die Anfrage nach einer Übersicht zu den Angeboten. Die Antwort war ein «Corona-Wegweiser», der die wichtigsten Anlaufstellen und Angebote für unsere Region festhielt. Dieses Informationsblatt wurde den Partnerorganisationen, den Gemeinden und auf unserer Homepage senioreninfo-grs.ch zur Verfügung gestellt. Im September, als sich die zweite Corona-Welle abzeichnete wurde es aktualisiert.

Um die Gruppe der besonders betroffenen, betagten Menschen zu unterstützen, machten wir unsere Gemeinden auf die Möglichkeit eines Gesundheitsfragebogen – Versandes an die 80+ EinwohnerInnen aufmerksam. Dieses gemeinsame Projekt des Gesundheitsförderungsprogramms «Zwäg ins Alter» (ZiA) von Pro Senectute und der Gemeinden konnte im Sommer realisiert werden und wurde sehr geschätzt. 156 Personen beantworteten den Fragebogen. haben 150 Personen erhielten on Sylvia Wicky, der spezialisierten Pflegefachfau von ZiA, eine telefonische Gesundheits-Beratung; 6 Personen eine Beratung zu Hause.

Im August erhielten alle die 66-Jährigen einen Brief von der Gemeinde und der Altersbeauftragten. Beigelegt wurde der «Wegweiser zum gut älter werden». (Nicht wenige Menschen in diesem Alterssegment kümmern sich als betreuende Angehörige um ihre betagten Eltern und haben einen entsprechenden Informationsbedarf. )

Auch die Mitteilungsblätter der Gemeinden konnten wir nutzen, z.B. für wichtige Informationen zu Corona, zur Erhaltung der Kompetenzen im Strassenverkehr (Routinier 70+), Zur Auswertung des Fragebogenversandes, für Angebote von Partnerorganisationen.

Im Juni, ein gutes Jahr nach der Veröffentlichung des Altersleitbildes, nahm der Seniorenrat eine Standortbestimmung zum Massnahmenplan des Altersleitbildes vor und stellte das Erreichte und geplante Massnahmen den zuständigen Gemeinderäten vor.

Der Massnahmenplan ist das wichtige Arbeitsinstrument und die Richtschnur zur Umsetzung der Ziele des Altersbildes.
Unter dem Titel «Aktives Miteinander» wurde in Zusammenarbeit Altersbeauftragte – Seniorenzentrum im Oktober 2020 eine schriftliche Befragung der Mieterinnen und Mieter in den Wohnungen mit Dienstleistungsangebot des Seniorenzentrums zu ihren sozialen Bedürfnissen durchgeführt. Grund dafür waren Hinweise aus den Gesundheitsberatungen, sowie die Tatsache, dass wegen Corona, die Teilhabe an Aktivitäten, Mahlzeiten, Cafeteriabesuchen im Seniorenzentrum nicht mehr möglich waren.
Aus den Antworten schliessen wir, dass es wünschenswert wäre, in kleinen Gruppen, mit Themencafés, den sozialen Austausch zu fördern.

Als Versuch in diese Richtung konnten wir Anfangs November im Schmidebach, Grossaffoltern mit 8 Personen, unter entsprechenden Vorsichts-Massnahmen, eine Morgenveranstaltung durchführen mit dem Titel «Sicher im Alltag». Thematisiert wurden «Gangsicherheit/Sturzprävention» und die Frage: «was tun nach einem Sturz?». Sylvia Wicky von ZiA hat mit viel Fachwissen und Humor umsetzbare Tipps und Tricks vermittelt.

Die Altersbeauftragte und der Seniorenrat sind bereit diese Art von Veranstaltungen im neuen Jahr zu ermöglichen, immer dort, wo aus einer Gruppe das Bedürfnis für Themen rund ums gut älter werden angemeldet wird.

Für 2021 bereits geplant ist wieder ein Handykurs mit einer 9. Klasse des OSZ.

Im Bereich der fehlenden Mobilität für Seniorinnen und Senioren, die nicht Auto-mobil und nicht an den ÖV angeschlossen sind, hat sich erfreulicherweise eine kreative Lösung ergeben, die im Nebeneffekt auch den Zusammenhang der Gesellschaft fördert. Erika Leister, Mitglied der Jugend- Kultur- und Sozialkommission von Rapperswil hat ein niederschwelliges Konzept erarbeitet für einen freiwilligen Fahrdienst, als Ergänzung zum Rotkreuzfahrdienst, unter dem Titel «Nachbarn fahren Nachbarn». In Rapperswil ist das Angebot nach der Lockerung des Lockdowns gut angelaufen. In Grossaffoltern und Schüpfen wird «Nachbarn fahren Nachbarn» 2021 starten.

Und nun verabschiede ich mich als Altersbeauftragte. Ein grosser Dank geht an meine Kolleginnen und Kollegen vom Seniorenrat für die tolle Zusammenarbeit in all den Jahren, die vielen Anregungen, das Engagement zur Erarbeitung des neuen Altersleitbildes, das Mitdenken und Anpacken bei der Organisation von Veranstaltungen, das Aushalten und Mittragen, wenn nicht immer alles so lief wie wir es wünschten. Ich bedanke mich bei Barbara Moser, Marco Prack, Bernhard Uhr für ihr offenes Ohr und die Bereitschaft die alterspolitischen Massnahmen aus dem Altersleitbild in ihren Kommissionen und die Gemeinderatsgremien zu vertreten und nach Lösungen zu suchen, die machbar sind. Ich danke allen Partnerorganisationen für den wertvollen Austausch und dafür, dass ein tragendes Netzwerk entstanden ist. Meiner Nachfolgerin, Melanie Mazenauer wünsche ich viel Kreativität in der weiteren Umsetzung des Altersleitbildes, mit dem Ziel, dass wir mit guter Lebensqualität älter werden können, von der Geburt bis ins hohe Alter. Gut älter werden ist definitiv ein Generationenprojekt und dafür braucht es uns alle.

Alles Gute!

Gabi Pfeiffer, Dezember 2020